Faustball

Das Faustballspiel

ist ein sehr altes Spiel, haben es doch die alten Griechen und Römer allerdings nicht in der heutigen Version gespielt.

Es ist ein Rückschlagspiel mit 5 Spielern, 2 Angriffsspielern vorne links und vorne rechts, einem Zuspieler in der Mitte und
2 Abwehrspielern hinten links und rechts. Das heißt, der Ball muss in das gegnerische Feld zurückgeschlagen werden, aber anders als bei Tennis oder Federball kann der Ball über maximal drei Stationen laufen, wobei der Ball jeweils einmal den Boden berühren darf im Gegensatz zu Volleyball, bei dem nur direkt gespielt werden darf! Der Rückschlag über die Netzleine muss aber direkt erfolgen und nicht wie bei Prellball noch einmal den Boden touchieren.

Gespielt wird auf einem Normalfeld von 20 Meter Breite und 2 mal 20 Meter Länge in der Halle bzw. 2 mal 25 Meter Länge auf dem Rasen, getrennt durch die Netzleine, die in 2 Meter Höhe über die Breite gespannt wird.

Die Spieler dürfen in einem Spielgang nur einmal den Ball und nur mit einem Arm spielen, wobei ein normaler Spielgang bedeutet, dass der gegnerische Angriff abgewehrt wird durch den ersten Spieler, der Zuspieler stellt und der Schlagmann den Ball über die Netzleine ins gegnerische Feld zurückbefördert. Fehler sind als Gutpunkt dem Gegner gutzuschreiben, wenn der von der anderen Mannschaft  gespielte Ball ins Aus, an die  Netzleine, an den Körper oder doppelt an den Arm geht. Nach dem Fehler hat die Mannschaft, die den Fehler verursacht hat, Aufschlagsrecht: der Aufschlag wird von der 3-Meter-Linie vor der Netzleine ausgeführt.

Der Ball ist übrigens etwa 340-380 Gramm schwer und misst etwa 65-68cm an Umfang, für Jugendliche und Schüler ist der Ball leichter  und etwas kleiner, und die Spielfeldgröße sowie die Leinenhöhe können variiert werden. Besonders im Schulbereich können mehrere Kleinfelder in der Halle aufgebaut werden: mehr dazu siehe unten!

Faustball kann von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter gespielt werden, seine Vorteile liegen weiterhin auch darin, dass die Verletzungsgefahr sehr gering ist im Vergleich zu Fußball oder Handball, weil das direkte körperliche Messen Mann gegen Mann entfällt!

Er erfordert hohes Reaktionsvermögen, Schnelligkeit, hohes Laufpensum, gutes Ballgefühl, d.h. präzises Ballzuspiel und damit gute Einschätzung der mit viel Effekt gespielten Bälle und eine gute Körpereinstellung!

Übrigens wird Faustball in etlichen Ländern gespielt wie in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Polen, Rumänien , Italien, Argentinien, Chile, Paraguay, Brasilien, Mexiko, Kanada, USA, Südafrika; und Deutschland ist in 2011 Weltmeister geworden!

Neugierig geworden? Mehr Beweglichkeit erforderlich? Mal ausprobieren?

Dann nehme  Verbindung mit Günter Ruff auf.

Turngau trauert um Albert Schulze

Im gesegneten Alter von 101 Jahren ist Albert Schulze friedlich eingeschlafen. 1916 in der Oberlausitz bei Zittau geboren, fing er  schon als 12-Jähriger an, Faustball zu spielen. Diesen Sport pflegte er bis 2007, als er noch mit 91 im Training mitmischte. Insbesondere dieser Sport, aber auch Ski alpin, Bergwandern, Leichtathletik, Handball, haben ihn lange Zeit fit gehalten. Gut, sein Doktor hatte ihm  einen Krückstock empfohlen, aber er brauchte ihn eigentlich nicht. Geistig gut drauf und humorvoll plauderte er beim großen Faustballtreffen zu seinem 100. Geburtstag mit seinen Faustballkameraden und ließ seinen Lebensweg vorüberlaufen.

Als Installateur-Meister und Vizechef eines Handwerksbetriebes hielt er es in der damaligen DDR nicht länger aus und zog 1956 mit Frau Ilse, die er seit Kindesbeinen kannte, und Tochter Monika gen Westen, wo er in Backnang Unterkunft und Arbeit fand. Hier wurde er heimisch und schloss sich der TSG Backnang an. Als aktiver Faustballspieler errang er mit seiner Mannschaft etliche Turniersiege und wurde mehrmals Turngaumeister Rems-Murr in den Seniorenklassen. Mit seiner Frau Ilse hatte er immer bei der Durchführung von Faustball-Wettkämpfen in der Karl-Euerle-Halle und den vielen damals mit über 20 Mannschaften gut besuchten „Zwiebel-Turnieren“ auf der Sportanlage „In den Büttenen“ und auf dem TSG-Sportplatz Hagenbach mitgeholfen. Da seine Ilse kränkelte, hatte er sich etwas zurückgezogen. Doch wollte man aber unbedingt zusammen 200 Jahre Geburtstag sowie die Kronjuwelenhochzeit (75 Jahre) feiern. Leider ist dies nicht in Erfüllung gegangen. Wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag verstarb Ilse Schulze.

Albert war sehr niedergeschlagen und traurig. Seinen 100.Geburtstag wollte er eigentlich nicht feiern, aber Faustballkamerad Georg Maier hatte ihn dazu überredet, mit ihm essen zu gehen. Was Georg ihm verheimlichte, war, dass alle Faustballkameraden eingeladen waren zu dieser Feier zu kommen, und es kamen sehr viele. Und Albert staunte und war verblüfft und überrascht und hat sich so arg gefreut. Diese Freude gab ihm einen Schub über das Leid hinweg, seine Ilse verloren zu haben.

Er hatte sich wirklich sehr gefreut über die Überraschung, dass seine Faustballer so zahlreich erschienen waren und hatte sich gut unterhalten, alte Begebenheiten aus längst vergangenen Tagen hervorgeholt, diese und andere Anekdoten zum Besten gegeben. Geistig unheimlich fit und schlagfertig wie man ihn immer kannte: er hatte sich kaum verändert, auch körperlich noch beweglich, den vom Arzt verschriebenen Stock gebrauchte er wohl selten.

Also, es war eine Freude, mit ihm zu plaudern nicht nur über alte Zeiten, auch die Tagespolitik interessierte ihn. Mit ihm schied ein wunderbarer Mensch aus unserer Welt.

Unser Mitgefühl gilt seiner Tochter Monika und seinem Schwiegersohn Horst Stahl.

Für die Faustballer im Turngau Rems-Murr

Günter Ruff.

Ansprechpartner

Fachwart Faustball
Günter Ruff
Drosselweg 15
71549 Auenwald
Tel.: 07191-52848
E-Mail augueru(at)gmx.de